BLUEFAIR gewaltfreie Kommunikation
BLUEFAIR – das Gesprächs- und Kommunikations-Spiel für gewaltfreies Kommunizieren
180,00 CHF
BLUEFAIR – SprachMut ist ein Planspiel zur Förderung gewaltfreier Kommunikation. Die Teilnehmer:innen setzen sich mit verbindender und einfühlsamer Sprache auseinander und erfahren, wie verbale Aktionen, Reaktionen und Interaktionen in Stresssituationen zur Deeskalation beitragen können.
Das Lernmodul verdeutlicht die Bedeutung von Sprache für Teambildung, Inklusion und Konfliktvermeidung. Die Teilnehmer:innen unterscheiden zwischen aggressivem und konstruktivem Sprachgebrauch sowie zwischen aktivem und passivem Zuhören. Sie üben, eigene Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse verständlich auszudrücken, anderen aufmerksam zuzuhören und Missverständnisse frühzeitig zu klären.
Im Verlauf des Planspiels werden unter anderem Ich-Botschaften, sachliche Feststellungen, Bitten, aktives Zuhören und Konsensbildung thematisiert. Ergänzend stehen Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung, zur positiven Umdeutung eigener Eigenschaften, zur nonverbalen Kommunikation und zur Mediation auf dem Programm.
BLUEFAIR ist als Starter-Planspiel für den Beginn einer Jugendfreizeit, eines Zeltlagers oder eines Schullandheim- beziehungsweise Klassenfahrtaufenthaltes vorgesehen. Die Gruppe entwickelt außerdem eine eigene BLUEFAIR-Idee, die im Alltag weitergeführt werden kann.
Spieldauer/Bearbeitungszeit: Empfohlen werden am ersten Tag etwa 2 Stunden und am folgenden Tag nochmals etwa 2,5 Stunden. Eine gemeinsame Auswertung kann zusätzlich angeschlossen werden.
Durchführungsort: In einem ungestörten Raum oder an einem ungestörten Ort; für einzelne Bewegungsübungen wird ausreichend Platz benötigt.
Thema: Gewaltfreie Kommunikation, aktives und einfühlsames Zuhören, Deeskalation, Konfliktvermeidung, Selbst- und Fremdwahrnehmung, nonverbale Kommunikation und Mediation.
Sozialform: Arbeit in der Gesamtgruppe, in Kleingruppen mit bis zu fünf Personen, in Dreierteams, in Zweierteams sowie Einzelreflexion im persönlichen Logbuch.
Materialbedarf: Pro Teilnehmer:in ein kleines Notizheft als Logbuch, Schreibmaterial, ein Briefumschlag und Postkarten beziehungsweise Kärtchen. Zusätzlich werden je Gruppe ein rotes und ein grünes Schild, eine Augenbinde pro Mitspieler:in sowie ein großer Abfallsack, eine Folie oder eine ähnlich große Unterlage benötigt. Für die Gruppenleitung werden zwei Exemplare des BLUEFAIR-Skripts pro durchführender Gruppe empfohlen.
Lernziel: Die Teilnehmer:innen lernen Regeln und Merkmale gewaltfreier Kommunikation kennen, trainieren Selbst- und Fremdwahrnehmung, formulieren Wünsche und Gefühle klarer, üben aktives Zuhören und erproben Möglichkeiten zur Deeskalation und Streitschlichtung.
Spielempfehlung/Einsatzmöglichkeit: Als Starter-Planspiel am Beginn einer Jugendfreizeit, eines Zeltlagers, einer Klassenfahrt oder eines Schullandheimaufenthaltes. Das Modul ist für Gruppen und Schulklassen geeignet.
Vorbereitung: Die Gruppe erhält eine kurze Einführung in das Thema Kommunikation. Jede Person bekommt ein Logbuch, Schreibmaterial, Postkarten und einen Briefumschlag. Die Teilnehmer:innen sitzen in einer ungestörten Runde; die Texte des Skripts werden von einer Person oder abwechselnd vorgelesen.
Tag 1 – Grundlagen und Gruppenprozess: Zu Beginn wird Kommunikation als Senden und Empfangen von Informationen erläutert. Die Gruppe beschäftigt sich mit verbaler und nonverbaler Kommunikation sowie mit der Entstehung von Missverständnissen, Konflikten und Streit. Anschließend werden drei Schritte zur Vermeidung von Missverständnissen besprochen: aufmerksam zuhören, das Gehörte mit eigenen Worten wiedergeben und Unklarheiten gemeinsam klären.
In der ersten Runde unterscheidet die Gruppe zwischen aggressiver Kommunikation, die mit ROT beziehungsweise STOP gekennzeichnet wird, und konstruktiver sowie gewaltfreier Kommunikation, die mit GRÜN beziehungsweise GO markiert wird. Aggressive Kommunikation umfasst unter anderem Vorwürfe, Behauptungen ohne Nachfragen, Unterbrechen, Forderungen, bewertende Aussagen und das Durchsetzen eigener Interessen. Konstruktive Kommunikation orientiert sich an Information, Kooperation, Ich-Botschaften, aktivem Zuhören, Bitten, Konsens und sachlichen Feststellungen. Anschließend bewertet die Gruppe verschiedene Beispielsätze und hört sich die Begründungen der anderen an.
In der zweiten Runde schreibt jede Person zunächst für sich einen Satz über jedes andere Gruppenmitglied in das eigene Logbuch. In der dritten Runde nennt jede:r eine vermeintlich negative Eigenschaft von sich selbst. Die anderen formulieren diese Eigenschaft positiv um. Die passendste positive Formulierung wird im Logbuch festgehalten. Danach schreiben die Teilnehmer:innen einander auf Postkarten jeweils eine positive Eigenschaft und sammeln die Karten im eigenen Umschlag.
In der fünften Runde fasst die Gruppe die zentralen Gedanken zusammen: Kommunikation besteht aus Reden und Zuhören; gewaltfreie Kommunikation bedeutet einfühlsames Zuhören sowie das klare und ehrliche Ausdrücken von Gefühlen, Wünschen und Meinungen. Außerdem wird Mediation als unterstützende Form des Zuhörens und Vermittelns thematisiert. Die Gruppe wählt eine Person als Mediator:in. Zum Abschluss des ersten Tages überlegt jede Person, was sie in der Gruppe verändern möchte und welche Idee zur Umsetzung beitragen könnte.
Tag 2 – Anwendung und Übungen: Zu Beginn stellt jede Person ihren Wunsch an die Gruppe und eine mögliche Umsetzungsidee vor. Gemeinsam entwickelt die Gruppe einen BLUEFAIR-Plan für den Alltag und hält ihn im Logbuch fest. Danach tauscht sie sich über die Schwierigkeit aus, Nein zu sagen, über ehrliches Sprechen, das Äußern von Bitten, den Unterschied zwischen Bitte und Forderung sowie über die Bedeutung von Problemen und Konflikten aus.
In der dritten Runde erzählen die Teilnehmer:innen jeweils 90 Sekunden lang eine Stegreifgeschichte. Die übrigen Gruppenmitglieder rufen nacheinander Wörter zu, die sofort in die Geschichte eingebaut werden müssen. Die Übung macht erfahrbar, wie wichtig es ist, andere zu Wort kommen zu lassen. In der vierten Runde versucht ein Team mit höchstens fünf Personen, eine Unterlage umzudrehen, ohne sie zu verlassen oder daneben zu treten. Dabei darf nicht gesprochen werden; die Aufgabe wird ausschließlich durch nonverbale Kommunikation gelöst.
In der fünften Runde verabreden Dreierteams jeweils einen geheimen Lockruf. Mit verbundenen Augen verteilen sich die Teilnehmer:innen einzeln im Raum und versuchen, anhand der Geräusche wieder zum eigenen Team zu finden. Die sechste Runde ist das STOP-and-GO-Rollenspiel: Zweierteams stellen Konfliktsituationen dar und verwenden möglichst konstruktive und gewaltfreie Sprachmodelle. Die Gruppe bewertet den Sprachgebrauch mit roten STOP- oder grünen GO-Schildern. Für eine als konstruktiv bewertete Äußerung darf die jeweilige Person einen Schritt in Richtung Ziellinie gehen.
In der siebten Runde lesen die Teilnehmer:innen ihre am ersten Tag notierten Einschätzungen über die anderen nochmals und vergleichen, ob sich ihre Wahrnehmung verändert hat. In der Abschlussrunde reflektiert die Gruppe die Wahl der Mediation, die Wirkung von Sprache, die entwickelte BLUEFAIR-Idee und die gesammelten positiven Rückmeldungen. Als Leitregel gilt, dass Kritik mit ebenso viel Wertschätzung und positiven Rückmeldungen verbunden werden sollte.
Die zu diesem Lernmodul passenden SDGs aus den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung sind:
Ziel 4 – Hochwertige Bildung: Das Lernmodul fördert soziale und kommunikative Kompetenzen durch angeleitete Übungen, Reflexion und gemeinsames Lernen. Es stärkt eine inklusive und nicht-gewaltvolle Lernatmosphäre, in der die Teilnehmer:innen zuhören, sich ausdrücken und voneinander lernen.
Ziel 10 – Weniger Ungleichheiten: BLUEFAIR thematisiert Inklusion, gegenseitiges Verständnis und die Möglichkeit, eigene Wünsche und Bedürfnisse einzubringen. Die Übungen unterstützen eine gleichberechtigte Beteiligung und helfen, unterschiedliche Perspektiven in der Gruppe wahrzunehmen.
Ziel 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Das Planspiel vermittelt gewaltfreie Kommunikation, Konfliktklärung, Deeskalation und Mediation. Die Teilnehmer:innen üben, Missverständnisse aufzuklären, konstruktiv zu verhandeln und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.
